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Wer verbunden sein will, muss zuerst mit sich selbst verbunden sein

Aktualisiert: 4. Nov. 2025

Wir alle suchen Zugehörigkeit. Es ist ein urmenschliches Bedürfnis. Wir wollen Teil von Gemeinschaften sein, uns austauschen, dazugehören, einander unterstützen. Doch eine zentrale Wahrheit ist unbequem: Wer verbunden sein will, muss zuerst mit sich selbst verbunden sein.



Die Forscherin Brené Brown empfiehlt, genau hinzuschauen: Unter welchen Umständen kommen wir zusammen? Wie begegnen wir uns? In welchen Momenten und auf welche Weise zeigen wir uns anderen?


Entscheidend, so ihre Erkenntnis, sind jene Momente, in denen wir Freude oder Schmerz teilen. In diesen Zuständen zeigen wir uns so, wie wir wirklich sind. Und genau das schafft tiefe Verbindung (vgl. Wurmp-Seibel 2024: 174).


Verletzlichkeit als Schlüssel


Brené Brown beschreibt (in Wurmp-Seibel 2024: 175):

„Wahre Zugehörigkeit ist nichts Passives (...) Es geht um eine praktische Erfahrung, die wir nur machen können, wenn wir verletzlich sind, wenn wir die Bequemlichkeit hinter uns lassen und lernen, in der Gegenwart von anderen vollständig da zu sein – ohne dass wir das, was uns ausmacht, zu verraten.“

Überraschend dabei:

„Freude macht uns am verletzlichsten.“

Brown schreibt:

„Wie ich in meinen anderen Büchern geschrieben habe, ist wohl tatsächlich Freude das Gefühl, das uns am verletzlichsten macht. Sobald wir uns selbst erlauben, es zu fühlen, befürchten wir, von Unglück oder Enttäuschung hinterrücks überrumpelt zu werden.“ (Brown zit. in Wurmp-Seibel 2024: 176)

Das klingt paradox.

Einerseits sehnen wir uns nach Freude, Glück und Leichtigkeit. Andererseits fällt es uns schwer, uns diese Freude wirklich zu erlauben – aus Angst vor Enttäuschung.


Ähnlich ist es mit Schmerz. Es braucht Mut, Trauer oder Verletzlichkeit zuzulassen – und sie mit anderen zu teilen. Viele Menschen wissen nicht mehr, wie man in solchen Momenten präsent bleibt, ohne zu bewerten oder auszuweichen.

„Wir sind, wenn wir leiden, oft besser darin, Schmerz zu verursachen, als Schmerz zu fühlen“ (vgl. ebd.).

Freude und Schmerz kultivieren


Brown betont: Wir brauchen Praktiken, die uns helfen, Freude bewusst zu erkennen, zuzulassen und zu teilen. Nur dann können wir Momente aktiv gestalten, die uns stärken.


Ein einfacher Einstieg: eine Liste anlegen – mit allem, was uns nährt und Freude schenkt.


  • Menschen, die uns guttun

  • Orte, die Frieden schenken

  • Bücher, Musik, Gedichte oder Gerichte, die uns zum Strahlen bringen


Solche Listen oder Dankbarkeitsbücher helfen, immer wieder Wege zurück in die Freude zu finden – und damit auch zurück in die Verbindung zu uns selbst.


Praktisch glücklich – Übungen für mehr Freude, Glück und Zufriedenheit


Silja Mahlow (2021: 20) betont, dass Dankbarkeit eine „Superkraft im Glückshandwerkskoffer“ ist – ein echter Game-Changer für Wohlbefinden. Dankbarkeit erleichtert den Zugang zu positiven Erinnerungen und verändert langfristig unsere Wahrnehmung.


Auch zahlreiche Studien bestätigen: Dankbarkeit stärkt unser Wohlbefinden und macht uns resilienter (vgl. Seligman 2015, 2023). Drei erprobte Übungen:


  1. Dankbarkeitstagebuch – Jeden Abend drei „Magic Moments“ notieren. Situationen, Begegnungen oder Dinge, für die man dankbar ist. Kurz innehalten und die Gefühle bewusst nachspüren (vgl. Mahlow 2021: 20).


  2. Dankbarkeitsliste – 50 Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist. Christoph Schlick (2021: 56) empfiehlt, diese Liste immer wieder zu ergänzen – und in schwierigen Momenten zur Hand zu nehmen.


  3. Dankesbrief oder -besuch – einem Menschen bewusst für etwas danken. Diese Übung stärkt nicht nur deine positive Haltung, sondern auch die Verbindung zu dieser Person.


Mahlow fasst es so:

„Das Gehirn unterscheidet nicht, ob man sich an etwas erinnert oder es gerade durchlebt. Glücklich wird, wer lernt, sich an mehr Gutes als Ungutes zu erinnern.“ (Mahlow 2021: 18)

Selbstakzeptanz als Fundament


„Unser Gefühl von Zugehörigkeit kann niemals größer sein als unser Level von Selbstakzeptanz,“ schreibt Brown (zit. in Wurmp-Seibel 2024: 181).

Wenn wir uns selbst nicht annehmen können, führt es zu Einsamkeit – selbst inmitten einer großen Gemeinschaft.


Ronja von Wurmp-Seibel unterstreicht in ihrem Buch Zusammen: Wer sich mit anderen verbinden will, muss bei sich selbst anfangen. Verbundenheit bedeutet, dass wir nicht nur etwas für andere tun, sondern auch für unser eigenes Wohlbefinden.


Verbundenheit beginnt bei uns


Am Ende ist es schlicht – und zugleich kraftvoll:

Wirkliche Verbundenheit entsteht erst, wenn wir uns selbst zutrauen, unperfekt zu sein. Wenn wir uns erlauben, mit Macken, Schwächen und Ängsten sichtbar zu werden. Uns selbst gegenüber – und den Menschen um uns herum.


Nur so entsteht Nähe, die trägt.

Nur so wird Zugehörigkeit echt.


Und genau deshalb gilt:

Wer verbunden sein will,

muss zuerst mit sich selbst verbunden sein.


Genau deshalb habe ich Formate wie Success Soirée, den Sisterhood Stammtisch und eat & spread ins Leben gerufen: Räume, in denen wir uns zeigen dürfen – mit Freude, manchmal auch mit Verletzlichkeit – und dadurch echte Nähe und Zugehörigkeit entsteht.


Auch das leadHER Coaching Programm, gemeinsam mit Ute unter unser Dachmarke https://www.hergency.at/, setzt auf die Themen Miteinander, Verbundenheit und Zugehörigkeit. Mehr dazu unter: https://www.hergency.at/leadher



Quick-Tipps für mehr Verbundenheit & Zugehörigkeit


1. Beginne bei dir selbst.

Echte Verbindung entsteht, wenn du dich mit dir selbst wohlfühlst – mit allem, was dich ausmacht.


2. Erlaube dir Freude.

Freude zeigt unsere Verletzlichkeit – und genau das macht Nähe möglich.


3. Übe Dankbarkeit.

Schreibe täglich drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Es verändert deinen Blick auf dein Leben.


4. Führe eine Freude-Liste.

Notiere Menschen, Orte, Bücher, Musik oder Gerichte, die dich nähren und glücklich machen.


5. Schreibe einen Dankesbrief.

Sag jemandem „Danke“ – schriftlich oder persönlich. Das stärkt euer Band und dein Wohlbefinden.


6. Kultiviere Selbstakzeptanz.

Dein Grad an Zugehörigkeit wächst nur so weit, wie du dich selbst annehmen kannst.


7. Lass dich sehen – unperfekt.

Verletzlichkeit ist kein Makel, sondern Mut in Aktion. Nähe entsteht, wenn du dich zeigst.




Ich freue mich sehr auf euch!


Liebe Grüße,

herzlichst und mit viel Glück,

Silvia


Mag. a (FH) Silvia Helga Faulhammer, MSc.

desenz Agentur für Kommunikationsberatung

Josef-Schwer-Gasse 13 . 5020 Salzburg

Mobile Phone: +43 664 85 3 90 11



Quellen & Leseempfehlungen:


Hauptquelle:

Von Wurmb-Seibel, Ronja (2024): ZUSAMMEN. Warum wir für ein gutes Leben Verbündete brauchen - und wie wir sie finden. München: Kösel-Verlag.





Busson, Su 2012: Das Leben ist einfach kompliziert. Wien: Orac Verlag Kremayer & Scheriau.


Busson, Su (2013): Ich. Bin. Jetzt. Wien: Orac Verlag Kremayer & Scheriau.


Jakobs, Birgit (2023): Psychotherapie für zu Hause. Selbsthilfe bei Lebenskrisen, depressiven Verstimmungen und emotionalen Konflikten. Stuttgart: Trias Verlag


Mahlow, Silja (2021): Willkommen auf dem Glücksplaneten. Stuttgart: Nymphenburger Verlag


Schlick, Christoph (2021): Die Glut in dir. Entfache das Feuer deiner Potenziale. München: Scorpio Verlag


Schlick, Christoph (2018): Schick die Affen spielen. Wie Potenziale realisiert werden können. Verlag Kösel.


Schlick, Christoph (2017): Was meinem Leben echten Sinn gibt. Die wichtigsten Lebensfragen klären. München: Scorpio Verlag.


Seligman, Martin (2003): Der Glücksfaktor. Warum Optimisten länger leben. Köln: Bastei Lübbe.


Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Goldmann


Waldinger, Robert und Schulz, Marc (2024): THE GOOD LIFE ... UND WIE ES GELINGEN KANN. Erkenntisse aus der weltweit längsten Studie über ein erfülltes Leben. München: Kösel Verlag.


Von Wurmb-Seibel, Ronja (2024): ZUSAMMEN. Warum wir für ein gutes Leben Verbündete brauchen - und wie wir sie finden. München: Kösel-Verlag.


Wimmler, Gabriele (2020): Weil ich alles sein kann, was ich will. Der Schlüssel zu mehr Selbstvertrauen, Lebensfreude und Erfolg. Wien, Berlin: Goldegg Verlag

 
 
 

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