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Jemanden auf die Palme bringen und wieder beruhigen

Der Ausdruck „jemanden auf die Palme bringen“ ist umgangssprachlich und bedeutet, jemanden in Wut zu versetzen oder zu verärgern. Oft geschieht dies durch Missverständnisse, Provokationen oder Stresssituationen. Doch was tun, wenn die Emotionen überkochen und man sich oder den anderen wieder „von der Palme herunterholen“ möchte?



Die "P A L M E" ist eine effektive Methode, um in hitzigen Diskussionen wütende Gesprächspartner*innen zu beruhigen und konstruktiv auf Konflikte zu reagieren. Diese Methode besteht aus fünf Schritten, die durch das Akronym "PALME" verdeutlicht werden.


Die Methode „PALME“ ist eine effektive Strategie zur Beruhigung und Deeskalation:


P = Pause machen: In diesem ersten Schritt geht es darum, eine Pause einzulegen, wenn die Emotionen hochkochen. Atmen Sie tief durch und lassen Sie den anderen aussprechen, bis der größte emotionale Druck nachgelassen hat. Es ist hier ganz wichtig, dass Sie den anderen aussprechen lassen und erst reagieren, wenn sich die erste Wut gelegt hat. Stellen Sie klärende Fragen, um den Kern des Problems zu erfassen, ohne dabei in die Verteidigung oder in den Angriff überzugehen.

Atmen. Tief durchatmen ...


A = Anerkennung geben: Dieser Schritt betont die Wichtigkeit, Positives zu äußern und Dankbarkeit für die Offenheit des Gegenübers zu zeigen. Anerkennung zu geben (und die eigene Perspektive zu wechseln) kann Wunder wirken. Danken Sie Ihrem Gegenüber für seine/ihre Offenheit und betonen Sie, dass Sie seine/ihre Sichtweise ernst nehmen. Dies kann helfen, die angespannte Atmosphäre zu entspannen.


L = Leiden mittragen: Mitgefühl und Verständnis sind hier zentral. Versuchen Sie, sich in die Situation des anderen hineinzuversetzen und seine Gefühle zu validieren. Das Schaffen einer emotionalen Verbindung kann helfen, die Abwehrhaltung des Gesprächspartners zu verringern. Indem Sie Verständnis für die Gefühle des anderen ausdrücken, schaffen Sie eine emotionale Brücke, die es erleichtert, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dazu mehr im Blogartikel zu "Aktiv zuhören".


M = Mängel zugeben: Seien Sie ehrlich, wenn Fehler auf Ihrer Seite liegen. Die Bereitschaft, eigene Mängel anzuerkennen, kann die Situation entschärfen und dem anderen zeigen, dass Sie an einer fairen Lösung interessiert sind. Offenheit schafft Vertrauen und öffnet den Weg für eine sachliche Diskussion, ohne dass Sie dabei eine unterwürfige Haltung einnehmen müssen.


E = Einigung: Fragen Sie nach, wie sich der andere eine Lösung vorstellt. Bieten Sie selbst Lösungsvorschläge an und arbeiten Sie zusammen daran, einen für beide Seiten zufrieden stellenden Kompromiss zu finden.



Mit der „PALME“-Methode können Sie effektiv dazu beitragen, dass beide Parteien „von der Palme herunterkommen“ und ein hitziges Gespräch in einen konstruktiven Dialog verwandeln.



Die Anwendung der PALME-Methode in schwierigen Gesprächssituationen führt oft dazu, dass die emotionale Intensität abnimmt. Dies kann insbesondere in beruflichen oder familiären Konfliktsituationen sehr wertvoll sein.



Über Fragen, Anregungen und Gedanken dazu freue ich mich sehr in den Kommentaren und natürlich gerne direkt via Email.


Herzlichst,

Eure Silvia Faulhammer


Kontakt:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.


Quellen & Leseempfehlungen:


Schulz von Thun, Friedemann / Ruppel, Johannes / Stratmann, Roswitha (2003): Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann (2020): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Watzlawick, Paul / Beavi, Janet / Jackson, Don (2016): Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxie. Bern: Hogrefe Verlag.

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