top of page

24-mal kommunikativ(er) durch den Advent

Wir sprechen, nicht um gehört zu werden, sondern vielmehr, um verstanden zu werden. Der Wunsch auf "offene Ohren" zu stoßen und dabei Verständnis zu erfahren, ist groß. Dieser Wunsch scheint noch viel größer zu sein in der so genannten "besinnlichen Zeit". In der Zeit, in der Familien näher zusammenrücken (sollten) und der Wunsch nach Harmonie groß ist. Harmonie baut immer auf die Basis von Empathie – Verstehen wollen und Verständnis zeigen – auf. Tja, und das Kommunizieren (Reden um des Redens willen) setzt nun mal (leider) noch kein Verstehen voraus – auch wenn der Wunsch jeglicher Kommunikation das Verstehen ist.



Verstehen kann gelingen. Dafür benötigen wir mehr als unsere beiden Ohren – nämliche unsere Sinne: all unsere zwischenmenschlichen Antennen, die auf Empfang sind.


Da es in die Adventszeit passt, habe ich 24 Sprüche und Zitate von Persönlichkeiten gesammelt, die ihre Gedanken zu gelingender Kommunikation ausdrücken und mit uns teilen. 24-mal Kommunikation. 24-mal Inspiration. 24 Sprüche bis Weihnachten.


Und das eine oder andere Zitat findet ihr bereichert durch Anregungen, Tools oder Methoden für ein harmonisches Miteinander, die die Kommunikation "gelingender" machen sollen, im Anschluss an die Zitate.


24 Zitate zu Kommunikation und

24 Sprüche für ein besseres Verstehen:


  1. „Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse.“ – Antoine de Saint-Exupéry

  2. Zuhören ist eine Kunst, die oft mehr bedeutet als gesprochene Worte.“ - Oscar Wilde

  3. „Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man ihm vertrauensvoll ist.“ - Matthias Claudius

  4. „Das größte Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.“ - Stephen R. Covey

  5. „Der wichtigste Teil der Kommunikation ist das Hören.“ – Prinzessin Diana

  6. „Kommunikation ist nicht nur das, was gesagt wird, sondern auch das, was verstanden wird.“ – Peter Drucker

  7. „Gute Kommunikation entwickelt sich nie von selbst. Sie braucht Zeit, Geduld und zwei Menschen, die wirklich zueinander passen.“ – Joyce Brothers

  8. „Sprich, damit ich dich sehe.“ – Sokrates

  9. Das größte Geschenk, das du jemandem geben kannst, ist die Reinheit deiner Aufmerksamkeit.“ – Richard Moss

  10. „Kommunikation ist der Schlüssel zum Verstehen. Verständnis ist der Schlüssel zum Frieden.“ – Unbekannt

  11. „Nicht die Worte zählen, sondern das, was in den Worten enthalten ist.“ – Ralph Waldo Emerson

  12. „Ein echtes Gespräch ist wie ein Fenster. Es sollte transparent sein und dennoch etwas Wärme durchlassen.“ – Unbekannt

  13. „Kommunikation ist die Kunst, sich verständlich zu machen, ohne zu belehren.“ – Karl Kraus

  14. „Die Sprache schafft die Wirklichkeit.“ – Wilhelm von Humboldt

  15. „In der Kommunikation geht es nicht nur darum, was du sagst, sondern auch darum, wie du es sagst.“ – Andrew Grove

  16. „Gute Kommunikation ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Beziehung.“ – Tony Robbins

  17. „Die Qualität deines Lebens hängt von der Qualität deiner Kommunikation ab.“ – Tony Robbins

  18. „Sprache ist der Schlüssel zur Seele.“ – Ibn Chaldun

  19. „Jedes Gespräch ist eine Gelegenheit, etwas Neues zu lernen.“ – Dalai Lama

  20. „Die größte Kunst des Lebens ist die Kunst des Zuhörens.“ – William Ury

  21. "Wer so spricht, dass er verstanden wird, spricht gut." – Molière

  22. "Sag mir was du verstanden hast, damit ich weiß, was ich gesagt habe." – Paul Watzlawick

  23. "Der Hörer, nicht der Sprecher, bestimmt die Bedeutung einer Aussage." – Heinz von Foerster

  24. "Ich verstehe...", heißt nicht gleicher Meinung zu sein, sondern die Emotionen, die Gefühlslage und die momentane Situation des anderen zu verstehen.

"Ich verstehe...", drückt Empathie aus. Man kann verstehen UND dennoch anderer Meinung sein (Sätze wie "ich verstehe, aber ..." sind dabei zu vermeiden. Stattdessen immer "ich verstehe" mit einem "UND" verwenden).

Aktiv Zuhören

für ein harmonische Miteinander


Oben in den Zitaten habe ich mehrmals "hören" & "Hörer", "zuhören", "zuhören, um verstehen", "Aufmerksamkeit" usw. ... markiert, um zu verdeutlichen wie wichtig "AKTIV ZUHÖREN" ist für gute Gespräche.

Aktives Zuhören

ist entscheidend effektiv für gelingende Kommunikation und

gute Gespräche aus mehreren Gründen:


Verständnis fördern: Aktives Zuhören ermöglicht es, die Botschaft des Sprechenden besser zu verstehen. Durch bewusstes Hinhören auf Worte, Tonfall, Betonung und nonverbale Signale wie Gestik und Mimik erhält man ein umfassenderes Bild der Kommunikation.


Klärung von Missverständnissen: Durch Rückfragen oder Zusammenfassen des Gehörten kann der Zuhörer oder die Zuhörerin sicherstellen, dass die Nachricht korrekt interpretiert wurde. Das reduziert das Risiko von Missverständnissen oder falschen Annahmen. Man gleicht die individuellen Betrachtungen und Sichtweisen an und stimmt sich auf ein gemeinsame "Bild" ein.


Beziehungsaufbau: Aktives Zuhören zeigt dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin, dass man sich wirklich für das Gesagte interessiert. Man zeigt echtes, ehrliches Interesse. Dies stärkt die zwischenmenschliche Beziehung und fördert ein positives Kommunikationsklima.


Konfliktvermeidung: Durch aufmerksames Zuhören können potenzielle Missverständnisse oder Konflikte (gleich) erkannt und vermieden werden. Man kann Probleme (und Erwartungen) ansprechen, bevor sie sich zu größeren Konflikten entwickeln. Prinzipiell gilt: Jegliche Abweichung einer Erwartung ist gleich anzusprechen. Ehrlich. Korrekt. Persönlich (Ich-Botschaft). Freundlich. Und auf den Punkt. Ent-täuschungen entstehen durch Täuschungen. Diese Enttäuschungen können durch ein Nachfragen und Klären vermieden werden.


Effektive Problemlösung: Bei der Lösung von Problemen ist aktives Zuhören entscheidend. Durch das Verstehen der Bedürfnisse, Erwartungen, Wünsche, Sorgen und Perspektiven aller Beteiligten können fundierte und gemeinsame Entscheidungen getroffen werden.


Unterstützung zeigen: Aktives Zuhören ist eine Form der emotionalen Unterstützung. Es signalisiert dem Sprechenden, dass seine Meinung, Emotionen und Gefühle wichtig sind, was das Selbstwertgefühl stärken kann.


Effizienz in der Kommunikation: Durch präzises Zuhören kann man schneller relevante Informationen aufnehmen und darauf reagieren. Dies ist besonders wichtig in geschäftlichen Situationen oder in Situationen, die schnelle Entscheidungen erfordern.


Insgesamt trägt aktives Zuhören dazu bei, dass Kommunikation effektiver, klarer und harmonischer verläuft. Es schafft eine Grundlage für gegenseitiges Verständnis.


„Das größte Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.“ - Stephen R. Covey

Aktives Zuhören

nach Carl Rogers, Psychologe und Psychotherapeut


Beim aktiven Zuhören schenkt man ungeteilte, echte Aufmerksamkeit, in dem das Gegenüber authentisch sein darf, und versucht, sich emphatisch in sie einzufühlen. Dabei kann man drei Stufen des aktiven Zuhörens unterscheiden:

  • Non- und paraverbale Elemente – Laute, Mimik und Gestik

  • Paraphrasieren – in eigenen Worten den Inhalt des Gesagtem zusammenfassen

  • Verbalisieren emotionaler Inhalte (vgl. Plate 2014: 53)

Die Grundhaltung nach Rogers soll sein – bedingungsloses Akzeptieren des Gesprächspartners oder Gesprächspartnerin und bedingungsloses Annehmen. Ein Trick, damit man nicht verurteilt oder beurteilt, ist – „die Sünde zu verurteilen, aber den Sünder nicht“. Nicht das Kind ist böse, wenn es etwas angestellt hat, sondern es hat etwas gemacht, was nicht richtig war. Wichtig ist, anzunehmen und zuzuhören. Gespräche nach Rogers Ansatz der Gesprächstherapie sind eine Haltung – keine Technik.


Das größte Geschenk, das du jemandem geben kannst, ist die Reinheit deiner Aufmerksamkeit. – Richard Moss

Aktives Zuhören

– von der Theorie in die Praxis

  • Blickkontakt halten, das zeigt Gesprächs- und Aufnahmebereitschaft und ist ein Zeichen für Offenheit, Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

  • Aktives Zuhören funktioniert nur durch eine uneingeschränkte Konzentration auf das Gegenüber – Telefon umleiten oder auf lautlos, Tür geschlossen halten, usw.

  • Der Gesprächsanteil eines Aktiv Zuhörenden und Fragenden ist geringer als der des Erzählenden

  • Dem/der Gesprächspartner:in Zeit für die Antwort geben, das heißt auch einmal die Stille ertragen zu können.

  • Ausreden lassen und eine kurze Pause einlegen, damit noch Platz ist für Ergänzungen.

  • Türöffner („hm“, „aha“, „ich verstehe“, „ja“ usw.) einsetzen, damit er oder sie sich auf den Prozess einlassen kann.

  • Spiegeln: Die Aussagen des Gegenübers werden aufgegriffen und durch eine kurze Wiederholung des Gesagten "gespiegelt" und mitgeteilt, wie die Aussagen angekommen sind

  • Nachfragen: Fragen sollten dem Interesse des Gegenübers entsprechen, sonst wird mehr das Thema der/des Zuhörenden verfolgt als jenes der Erzählerin oder des Erzählers

  • Klarstellen: Erst wenn man das Gefühl hat, den Aussagegehalt wirklich erfasst zu haben und vom Gegenüber eine Bestätigung erhalten hat, sollen weitere Fragen gestellt werden

  • Zusammenfassen, auch zwischendurch, ist notwendig, da sonst der rote Faden leicht verloren geht. Einfach in regelmäßigen Abständen das bisher Besprochene zusammenfassen.

  • Mitschreiben und Veranschaulichen, um eine Struktur zu finden und auf bereits erwähnte Punkte zurückgreifen zu können.

"Sag mir was du verstanden hast, damit ich weiß, was ich gesagt habe." – Paul Watzlawick

desenz?

WHAT?


Ich spreche gerne von "desenz" in der Kommunikation. Aber was meine ich damit?

Was verstehe ich darunter und warum kann eine "desenz(e)" Einstellung hilfreich sein?


"desenz" ist der Haltung des "Aktiven Zuhörens" sehr ähnlich. Es ist auch eine Haltung, die sich durch Empathie zeigen, zwischen den Zeilen lesen, zeigt und – letztlich ist ein VERSTEHEN WOLLEN und ein dafür ARBEITEN WOLLEN.


Wie kann man "desenz" in der Kommunikation sein?


Definition von desenz

Nicht in den Vordergrund drängend, zwischen Tönen und Zeilen mitschwingend, zwischenmenschlich, feinfühlig, diskret, aber dennoch wesentlich und dem Wesen Kommunikation entsprechend (bewusst oder auch unbewusst präsent) und unentbehrlich.


Was bedeutet desenz in der Kommunikation? Was verstehe ich darunter?

Das gegenseitige Verstehen ist ein sehr filigranes Spiel aus Sprache, Tonfall, Lautstärke, Mimik, Gestik, Körperhaltung und vielen weiteren Facetten von verbaler und nonverbaler Kommunikation. Desenz in der Kommunikation sein, bedeutet sich auf das filigrane Spiel einzulassen – und ein Gespür für "Zwischentöne" zu entwickeln. Das heißt: Aktiv zuhören, Empathie zeigen und sich dem gegenüber mit wertschätzender Aufmerksamkeit widmen.


Wofür desenz in der Kommunikation?

Das Lesen unserer Gesprächspartner formt unsere Beziehungen. Während wir etwas erzählen, lesen und scannen wir unser Gegenüber permanent. Bewusst und unbewusst. Wir empfangen dabei ständig Signale und verarbeiten diese – und natürlich umgekehrt auch. Wir kommunizieren mit einer Symphonie, einem zusammenklingen aus Grau- und Zwischentönen – die immer mit unseren Botschaften mitschwingt.


Wie wirkt desenz?

Im präsenten Miteinander ist man desenz. Dann, wenn alle Antennen voll auf Empfang sind. Man den Zwischentönen lauschen kann, den Körper sprechen lassen und auch "zuhören" kann. Dann ist man vertieft in ein Gespräch – aufmerksam und ganz seinem Gegenüber zugewandt.


Mit wie viel"desenz" möchtet ihr in der besinnlichen Zeit kommunizieren?

Achja, vielleicht dabei noch wichtig zu wissen: Im Kofferwort "desenz" stecken die Wörter dezent, Essenz und Sense wie Sinn.


Ich wünsche eine be-sinnliche Zeit mit vielen "desenz(en)" Gesprächen!


Über Fragen, Anregungen und Gedanken dazu freue ich mich sehr in den Kommentaren und natürlich gerne direkt via Email.


Herzlichst,

Eure Silvia Faulhammer


Kontakt:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.

silvia.faulhammer@desenz.at


Quellen dieses Artikels:


Plate, Markus (2014): Grundlagen der Kommunikation. Gespräche effektiv gestalten. Göttingen: Verlag Vandenboeck & Ruprecht.


Seliger, Ruth 2018: Das Dschungelbuch der Führung. Ein Navigationssystem für Führungskräfte. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.


Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Goldmann (mehr zu Martin Seligman unter: https://www.authentichappiness.sas.upenn.edu/).










166 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page