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Ich verstehe.

Sätze wie "ich kann Sie sehr gut verstehen", "ich verstehe Sie", "ich verstehe Ihren Kummer, Ärger ...", "ich habe verstanden, dass ..." oder "ich habe zur Kenntnis genommen ...", sind bei Konfliktgesprächen die wirklich wahren Wundersätze.

So simple. So einfach.

Denn eines unserer Grundbedürfnisse ist nun mal gesehen und gehört zu werden. Und so ist das Signal "zu verstehen" und somit "zuzuhören" ein sehr wichtiges für eine Gesprächspartnerin oder einen Gesprächspartner vor allem in Konflikt behafteten Gesprächen.


Das Bedürfnis, gesehen und gehört zu werden, ist tief in der menschlichen Natur verankert und hat viele psychologische, soziale und emotionale Dimensionen. Es gibt mehrere Gründe, warum dieses Bedürfnis so wichtig ist und warum es eine entscheidende Rolle in der Kommunikation mit anderen spielt:


Soziale Verbindung und Zugehörigkeit: Menschen sind soziale Wesen, und das Gefühl, gesehen und gehört zu werden, stärkt unser Gefühl der Zugehörigkeit und Verbindung zu anderen. Wenn wir wahrgenommen werden, erfahren wir Anerkennung und Bestätigung, dass unsere Gedanken, Gefühle, Ansichten und Erfahrungen wichtig sind. Dies fördert das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, was unser emotionales Wohlbefinden unterstützt.


Selbstwertgefühl und Selbstausdruck: Das Gefühl, gesehen und gehört zu werden, trägt dazu bei, unser Selbstwertgefühl zu stärken. Wenn wir Raum haben, um unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken, fühlen wir uns respektiert und wertgeschätzt. Es ermöglicht uns auch, uns selbst besser zu verstehen und auszudrücken, wer wir sind.


Konfliktvermeidung und Lösungsfindung: In der Kommunikation mit anderen ist es wichtig zu erkennen, dass das Ignorieren oder Abweisen anderer Bedürfnisse zu Missverständnissen, Konflikten und Frustration führen kann. Wenn Menschen sich "gesehen und gehört" fühlen, sind sie eher bereit, aktiv Gespräche zu führen, Meinungen auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.


Vertrauensbildung: Das Gefühl, gesehen und gehört zu werden, fördert Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn wir wissen, dass unser Standpunkt berücksichtigt wird, sind wir eher geneigt, offen und ehrlich zu kommunizieren. Dies unterstützt die Entwicklung von Vertrauen und Intimität in Beziehungen.


Kreative Zusammenarbeit: In vielen Bereichen des Lebens, sei es in der Arbeit, in der Kunst oder in der Wissenschaft, ist die Zusammenarbeit ein Schlüssel zum Erfolg. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Ideen und Beiträge wichtig sind, teile sie sie mit anderen.


Daher immer daran denken, auch selbst möchte man gehört und gesehen werden.

Eines der Grundbedürfnisse von uns Menschen ist nun mal, gesehen und gehört zu werden.


Wir wollen gesehen werden.

Wir wollen gehört werden.

Wir wollen wahrgenommen werden.


Es kann daher kann in schwierigen Gesprächssituationen schon helfen zu signalisieren:


„Ich habe Sie verstanden.“


„Ich habe es vernommen.“


„Ich verstehe Sie.“


„Ich kann Sie gut verstehen.“


"Ich verstehe Ihren ..."


"Ich habe zur Kenntnis genommen ..."


„Ich verstehe, dass … .“

Dazu mehr im Blogartikel unter:


Viel Spaß und Freude beim Üben.


Über Fragen, Anregungen und Gedanken dazu freue ich mich sehr in den Kommentaren und natürlich gerne direkt via Email.



Herzlichst,

Eure Silvia Faulhammer


Kontakt:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.

silvia.faulhammer@desenz.at



Quellen & Leseempfehlungen:


Metasprache und Psychotherapie: Die Struktur der Magie I. Neu übersetzte Auflage

von Richard Bandler, John Grinder, et al.


Kommunikation und Veränderung: Die Struktur der Magie II. Neu übersetzte Auflage

von Richard Bandler, John Grinder , et al.


Kuschik, Karin (2023): 50 SÄTZE die das Leben leichter machen. Ein Kompass für mehr innere Souveränität. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag


Molcho, Samy (2013): Körpersprache. München: Wilhelm Goldmann Verlag


Schulz von Thun, Friedemann / Ruppel, Johannes / Stratmann, Roswitha (2003): Mitei-nander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann (2020): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Seliger, Ruth 2018: Das Dschungelbuch der Führung. Ein Navigationssystem für Führungskräfte. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.


Watzlawick, Paul / Beavi, Janet / Jackson, Don (2016): Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxie. Bern: Hogrefe Verlag.


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