Keine Wirklichkeit unabhängig von einem Beobachter

Aktualisiert: 4. Apr.

Wie wir unsere eigene „Wirklichkeit“ und Sichtweise erweitern für eine bessere, gelingende Kommunikation


Der Buddhismus, die Yoga Lehren, konstruktivistische Theorien und Philosophien (u.a. Watzlawick, Schulz von Thun, Bandler & Grinder) und auch die Quantenphysik machen uns bewusst: Es gibt keine Wirklichkeit unabhängig vom Beobachter (Busson 2013).

 Digitale Kommunikation | Quelle: ©wix; Bildrechte: © wix.com  | Kommunikation; zwischenmenschliche Kommunikation, Kommunikation, Miteinander reden, kommunizieren

Warum das Fragen nach der eigenen Realität, der eigenen Wirklichkeit und den Sichtweisen seines Gegenübers für ein gute und gelingende Kommunikation von Bedeutung ist, möchte das „META-MODELL“ von Richard Bandler und John Grinder zu erklären wissen.


Fragen zur Struktur

DAS META-MODELL: Richard Bandler und John Grinder


Das Meta-Modell


Das Meta-Modell ist ein Modell der Sprache. Wir kommunizieren sowohl mit uns selbst (Bewusstsein) als auch miteinander unter Einsatz von Sprache. Dabei werden Erlebnisse und Erfahrungen durch das Sprechen gekürzt. Durch das Meta-Modell können wir unsere „Wirklichkeit“ oder Sichtweise erweitern.


“The map is not the territory”


Richard Bandler und John Grinder sind die Begründer des NLPs (Neuro-linguistisches Programmieren). Eine zentrale Grundannahme des NLP lautet: „The map is not the territory“. Damit wird ausgesagt, dass wir Sprache verwenden, um eine „Landkarte“ der Realität zu erzeugen, jedoch diese Karte von der Realität zu unterscheiden ist (Plate 2014).

„Eine Landkarte ist nicht das Gebiet, das sie darstellt, sondern hat, wenn sie genau ist, eine dem Gebiet ähnliche Struktur, worin ihre Brauchbarkeit begründet ist …“ (Bandler / Grinder 1984)
Eigene Wirklichkeit in der Kommunikation | “The map is not the territory” | Quelle: ©wix; | Kommunikation; Landkarte; Wirklichkeit; Kommunikation; zwischenmenschliche Kommunikation, Map; Selbstbild;

Neurologische, sozial-genetische und individuelle Filter


Nach Bandler und Grinder stehen uns zum „Schreiben unserer Landkarten“ – für das Erkennen unserer Realität(en) – unserer Welt – eine Reihe an Filtern zur Verfügung. Es sind neurologische, sozial-genetische und individuelle Filter. Die neurologischen Modalitäten, um die Welt zu repräsentieren sind: Sehen, Hören, Schmecken, Tasten und Riechen. Die sozial-genetischen Faktoren wie Sprache, allgemein anerkannte Arten der Wahrnehmung und sozial vereinbarte Fiktionen. Und die letzte Art, wie sich Erfahrungen von der Welt unterscheiden, sind die individuellen Einschränkungen, die auf unserer persönlichen Biografie (Glaubenssätze, erlernte Denkmuster, gemachte Erfahrungen, Erziehung) beruhen (Plate 2014).


Nach dem Verständnis von NLP unterscheiden sich Modelle darin, dass sie Handlungen und Wahrnehmungen zulassen oder verhindern. Gründe dafür werden darin gesehen,

  • dass Menschen nicht an der Welt leiden, sondern an ihrem Modell der Welt

  • dass Menschen innerhalb ihres Modells der Welt die beste Wahl aus ihrem Repertoire an Möglichkeiten treffen. Damit macht auch seltsames Verhalten innerhalb des spezifischen Kontextes Sinn.

Wenn das Modell der Welt verwechselt wird (The map is the territory) blockieren wir menschliche Veränderungsfähigkeiten.


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Das Meta-Modell der Sprache


Drei nützliche Prozesse nach Bandler und Grinder unterscheiden Modelle von Welt: Generalisieren, Tilgen, Verzerren. Damit stellen sie ein Meta-Modell – ein Modell über ein Modell dar. Einfach erklärt, kann die Gesamtheit aller Erfahrungen, zwischen Tiefenstruktur und Oberflächenstruktur, unterschieden werden. Die Idee ist, dass die Tiefenstruktur (die vollständige sprachliche Repräsentation der Oberflächenstruktur) generalisiert, verzerrt und getilgt wird, um zur Oberflächenstruktur (das Gesagte) zu werden, und dass ist der erste Schritt zur Anwendung des Meta-Modells in der Wiedergewinnung der Tiefenstruktur besteht, in dem die in der Oberflächenstruktur identifizierten Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen erfragt und hinterfragt werden. So soll eine funktionale Karte der Wirklichkeit erstellt werden können.


Das Meta-Modell der Sprache von Bandler und Grinder ist ein Meta-Modell über die Modelle von Satir und Perls – und besteht aus 12 Kategorien und Frageformen. Es ist eine Erweiterung des Modells – Tilgungen, Generalisierungen und Verzerrungen (siehe Blogartikel Selbstwert und Kommunikation nach Virginia Satir).


Das Meta-Modell ist komplex


Das Meta-Modell benötigt Übung und Routine. Es wird anfangs schwer fallen in einem natürlichen Gespräch oder in nur einem gesprochenen Satz die Meta-Modell Kategorien zu identifizieren und die richtige Frage zu formulieren.

Es benötigt Übung.


Aber es klingt interessant und durchaus sehr einleuchtend, dass die eigene Realität, die eigene Wirklichkeit, "Landkarte" und auch die Sichtweisen und Realitäten des Gegenübers wichtig für eine gelingende Kommunikation sind. Was meinen Sie?


Darf ich dazu noch Fragen beantworten?

Gerne auch um "Landkarten" anzugleichen ...


Ich freue mich auf Feedback unter:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.

silvia.faulhammer@desenz.at

www.desenz.at


Literaturverzeichnis:


Metasprache und Psychotherapie: Die Struktur der Magie I. Neu übersetzte Auflage

von Richard Bandler, John Grinder, et al.


Kommunikation und Veränderung: Die Struktur der Magie II. Neu übersetzte Auflage

von Richard Bandler, John Grinder , et al.


Satir, Virginia (1994): Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz: Konzepte und Perspektiven familientherapeutischer Praxis. Junfermann Verlag.


Plate, Markus (2014): Grundlagen der Kommunikation. Gespräche effektiv gestalten. Göttingen: Verlag Vandenboeck & Ruprecht


Buchempfehlungen und weiterführende Literatur zu Selbstwert, Selbstbild und Kommunikation:


Busson, Su 2012: Das Leben ist einfach kompliziert. Wien: Orac Verlag Kremayer & Scheriau


Busson, Su (2013): Ich. Bin. Jetzt. Wien: Orac Verlag Kremayer & Scheriau


Mahlow, Silja (2021): Willkommen auf dem Glücksplaneten. Stuttgart: Nymphenburger Verlag


Satir, Virginia (1994): Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz: Konzepte und Perspektiven familientherapeutischer Praxis. Junfermann Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann (1989): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann / Ruppel, Johannes / Stratmann, Roswitha (2003): Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann (2020): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Watzlawick, Paul / Beavi, Janet / Jackson, Don (2016): Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxie. Bern: Hogrefe Verlag.


Deck, Carol (2021): SELBSTBILD. Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt. München: Piper Verlag


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