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Beziehung stärken und sich selbst besser leiden können?

Wenn wir anderen Menschen, unseren Familienmitgliedern, Freund:innen, Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen, aktiv-konstruktiv im Gespräch begegnen, werden wir nicht nur unsere Beziehungen stärken, sondern auch uns selbst besser leiden können. Versprochen.

Schon mal probiert Gespräche nach dem "Active-Constructive-Responding"-Prinzip zu führen? Nein?


Wenn nicht, dann probiert es unbedingt aus. Das Prinzip, die Idee, seinem Gegenüber (vor allem den eigenen Kindern!) im Gespräch aktiv konstruktiv zu begegnen, schafft Vertrauen und stärkt die Beziehung (und auch das Selbstvertrauen der Kinder).


Wie funktioniert es?


Active-Constructive-Responding: Shelly Gable


Shelly Gable hat in ihren Studien herausgefunden, dass die Art und Weise, wie man zusammen feiert, mehr über eine starke Beziehung, ein gutes Miteinander, aussagt, als die Art und Weise, wie man streitet (vgl. Seligman 2015: 77f). Shelly Gable hat dabei die „Aktive Konstruktive Kommunikation“ untersucht, die uns hilft, unsere Beziehungen zu verbessern und zu festigen. Zentraler Inhalt ist, wie wir darauf reagieren, wenn uns jemand, etwas Positives (hört euren Kindern zu!) erzählt. Die richtige Reaktion darauf kann unsere Beziehungen stärken – oder unterminieren (vgl. Seligman 2015: 78).


Gable unterscheidet vier Reaktionsmöglichkeiten:


Aktiv-konstruktiv: Bei einer aktiv-konstruktiven Reaktion ist man als Zuhörer:in am Erlebnis „gedanklich“ beteiligt, lebt, freut und fühlt quasi mit und zeigt wahres Interesse. Positive Gefühle werden angesprochen und durch offene Fragen noch mehr verstärkt. Nonverbal hält man Augenkontakt, zeigt sein Interesse durch ein echtes, ehrliches Lächeln. Und man bringt durch bestätigendes Kopfnicken, Berührung und Lachen ein positives Gefühl zum Ausdruck (vgl. Seligman 2015: 78).


Mögliche aktiv-konstruktive Reaktionen:

Das ist fantastisch!

Das ist großartig!

Ich freue mich sehr für dich ... das hört sich gut an ... das klingt wunderbar ...

Erzähle mir mehr...

Ich bin stolz auch dich. Bitte erzähle mir was du genau gemacht hast ... wie es genau gelaufen ist ... wie du es geschafft hast ... wie hat es sich angefühlt ... wo warst du ... wie kam es dazu ... wie fühlt es sich an ...

Erzähle mir ...

erzähle mir mehr davon ...


Passiv-konstruktiv: Die passiv-konstruktive Reaktion ist sachlich, aber positiv bewertend. Als Zuhörer:in stimmt man zu, ist emotional aber wenig beteiligt. Und nonverbal ist wenig oder kein Ausdruck von Gefühlen erkennbar (vgl. Seligman 2015: 78).


Aktiv-destruktiv: Die Zuhörerin oder der Zuhörer sind emotional beteiligt, aber in einer destruktiven Art und Weise. Man kritisiert und spricht mögliche Probleme an. Nonverbal zeigt sich das durch Abwenden, Stirnrunzeln und einem finsteren Blick (vgl. Seligman 2015: 79).


Passiv-destruktiv: Man ignoriert sein Gegenüber. Das Thema wird gewechselt und dem Erlebten des Gegenübers wird keine Aufmerksamkeit geschenkt. Es gibt kaum nonverbale Reaktionen und wenig Blickkontakt. Im schlimmsten Fall wendet man sich ab und verlässt den Raum (vgl. Seligman 2015: 79).


Wenn wir vor allem unseren Kindern aktiv-konstruktiv im Gespräch begegnen, werden wir nicht nur unsere Beziehungen stärken, sondern auch uns selbst als Eltern besser leiden können.


Ich wünsche gute Gespräche und ein angenehmes Lauschen ...


Über eure Fragen, Anregungen und Gedanken dazu freue ich mich sehr in den Kommentaren und natürlich gerne direkt via Email.


Herzlichst,

Eure Silvia Faulhammer


Kontakt:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.

silvia.faulhammer@desenz.at


Quellen dieses Artikels:


Plate, Markus (2014): Grundlagen der Kommunikation. Gespräche effektiv gestalten. Göttingen: Verlag Vandenboeck & Ruprecht.


Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Goldmann (mehr zu Martin Seligman unter: https://www.authentichappiness.sas.upenn.edu/).







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