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Mit Leichtigkeit netzwerken (als Frau)

Netzwerken muss kein steifes Leistungsspiel sein. Wer mit echter Neugier und Offenheit in Begegnungen geht, baut auf Vertrauen statt auf Visitenkartenstapel. So entstehen Verbindungen, die tragen – im Beruf wie im Leben.


Fotocredit: ©Fotografin Verena Schierl
Fotocredit: ©Fotografin Verena Schierl

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf einer Netzwerkveranstaltung steht, ein Glas Prosecco in der Hand, die druckfrischen Visitenkarten in der Tasche – und trotzdem irgendwie allein auf einer kleinen Stehtischinsel? Mir ging es oft so. Smalltalk, „Qualtalk“, die immer gleiche Frage „Und, was machen Sie so?“ – und nach drei Stunden geht man heim mit ein paar Namen auf Papier, aber ohne echte Verbindung.


Für viele Frauen ist Netzwerken genau das: ein K(r)ampf. Dabei wissen wir alle – Kontakte sind entscheidend. Aber eben nicht irgendwelche Kontakte. Sondern die, die wirklich tragen.



Frauen netzwerken anders


Die Forschung zeigt längst, dass Frauen bewusster, emotionaler und selektiver netzwerken. Wir suchen Tiefe statt Taktik, Begegnung statt Business-Floskeln. Das ist keine Schwäche, sondern unsere Superpower. Denn: Wer in echte Gespräche investiert, baut Vertrauen auf – und Vertrauen ist die Währung, die Karrieren wirklich nach vorne bringt.


Eine vielzitierte Studie von Yang, Chawla & Uzzi (2019) belegt: Frauen mit einem engen weiblichen „Inner Circle“ haben eine 2,5-mal höhere Chance, einen Top-Job zu bekommen. Nicht die Anzahl der Kontakte ist entscheidend – sondern die Qualität.


Mein Aha-Moment


Als ich begann, eigene Netzwerkformate zu entwickeln – wie eat&spread, ein kuratiertes Business-Lunch-Blind-Date, das ausgewählte Frauen in kleiner Runde für entspannte und inspirierende Gespräche zusammenbringt, oder die Success Soirée, eine After-Work-Networking-Party, bei der Business-Frauen in lockerer Club-Atmosphäre Impulse teilen, tanzen und sich lebendig austauschen – hat sich etwas verändert. Plötzlich war da Leichtigkeit. Freude. Begegnung auf Augenhöhe. Keine steifen Pitches, sondern Gespräche über Träume, Zweifel, Erfolge. Räume, in denen Frauen sich gegenseitig sichtbar machen. Und ja, manchmal auch tanzen.


Heute weiß ich: Netzwerken darf sich nicht nach Druck anfühlen, sondern nach Zugehörigkeit. Nicht nach Leistungsspiel, sondern nach Sisterhood.


Hier meine besten Tipps, wie Netzwerken leicht(er) wird:


1. Such dir deinen inneren Kreis.

Es geht nicht um 500 Kontakte auf LinkedIn, sondern um die 5 Frauen, die dich wirklich sehen, verstehen und pushen. Studien zeigen: Dieser enge Zirkel macht den Unterschied für Karriereschritte.


2. Vergiss Small Talk – frag nach dem WOFÜR.

Statt: „Und, was machst du?“ lieber: „Wofür brennst du?“ oder „Was hat dich zuletzt begeistert?“ So entstehen echte Gespräche – die in Erinnerung bleiben.


3. Hör wirklich zu.

Aktives Zuhören ist ein Gamechanger. Nicht überlegen, was du als Nächstes sagen willst, sondern Raum geben. Frauen spüren sofort, ob es echtes Interesse ist – oder nur „Pflicht“.


4. Sei radikal neugierig.

Geh mit echtem Interesse in Gespräche. Frag nach, höre hin, entdecke Gemeinsamkeiten. Neugier ist das schönste Kompliment – und oft der Beginn einer echten Verbindung.


Jede Begegnung ist ein Fenster in eine neue Welt:

„Jeder Mensch, den ich treffe, ist in irgendetwas besser als ich, und in diesem Punkt lerne ich von ihm.“ – Ralph Waldo Emerson

5. Essen verbindet.

Gemeinsames Essen schafft Nähe – das ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt. Schon zu Säbelzahntigerzeiten saßen Menschen ums Feuer und teilten ihre Nahrung. Dieses Ritual schuf Vertrauen und Zugehörigkeit. Und es wirkt bis heute: Beim Lunch oder Abendessen entstehen die tiefsten Gespräche – weil Essen nicht nur nährt, sondern auch eines unser urmenschlichsten Bedürfnisse stillt - das nach Zugehörigkeit.


6. Sei großzügig mit Sichtbarkeit.

Empfehle andere weiter, erwähne ihre Arbeit, applaudiere und feiere ihre Erfolge. Denn Netzwerke blühen auf, wenn wir einander feiern – mit offenen Händen und Applaus statt mit ausgefahrenen Ellenbogen.


7. Setze Angelhaken.

Wenn dich jemand fragt: „Und was machen Sie beruflich?“ – nutze die Gelegenheit, gleich mehrere Angelhaken auszuwerfen. Das heißt: erzähle Facetten, die unterschiedliche Anknüpfungspunkte eröffnen – beruflich, menschlich, kreativ.


Beispiel:

„Ich bin Kommunikationsberaterin, Trainerin und Business-Coach. Ich liebe es, Menschen zu verbinden. Deshalb kreiere ich leidenschaftlich gerne neue Netzwerkformate und nenne mich selbst die ‚Verbinderin‘. Ich begleite Führungskräfte, stärke Teams – und ganz neu: Ich gehe mit meinen Coachees auf Berggipfel zu Gipfelgesprächen. Und privat? Da gehört zum Gipfel auch mal ein kühles Bier samt Sonnenuntergang.“


8. Such Räume, die zu dir passen.

Wenn klassische Business-Events dir Bauchweh machen: Du bist nicht falsch – das Format ist es. Such dir Netzwerke, die Sisterhood leben. Räume, in denen man lachen, tanzen oder auch mal über Zweifel sprechen darf.


Mein Fazit: Netzwerken mit Leichtigkeit heißt, zu verbinden. Es geht nicht darum, Visitenkarten zu stapeln, sondern Beziehungen zu bauen. Und die besten Netzwerke entstehen da, wo wir echt sind und wo wir uns gegenseitig groß machen.


Oder wie ich es nenne: Sisterhood in Aktion.



Save the Date!


SUCCESS SOIRÉE – Das Netzwerk-Event für Frauen

23. Oktober 2025

Club Balboa, Salzburg


Ein Abend voller Begegnung, Inspiration und Beats: Die Success Soirée verbindet Networking, Female Empowerment und Party-Atmosphäre. Hier treffen sich Frauen, die sich gegenseitig sichtbar machen, feiern und stärken.


Alle Infos & Tickets: www.desenz.at/success-soiree



Quellen:


Seligman, Martin (2003): Der Glücksfaktor. Warum Optimisten länger leben. Köln: Bastei Lübbe.


Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Goldmann.


Waldinger, Robert und Schulz, Marc (2024): THE GOOD LIFE ... UND WIE ES GELINGEN KANN. Erkenntisse aus der weltweit längsten Studie über ein erfülltes Leben. München: Kösel Verlag.


Von Wurmb-Seibel, Ronja (2024): ZUSAMMEN. Warum wir für ein gutes Leben Verbündete brauchen - und wie wir sie finden. München: Kösel-Verlag.



 
 
 

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