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Das Zuhause von Konflikten ist unter der Oberfläche

Aktualisiert: 25. Aug. 2023

Natürlich wohnen Konflikte unter der Oberfläche. Wäre immer alles für jeden gleich sichtbar, würden wir uns alle immer besten verstehen.

Da bedeutet auch, dass Kommunikation für uns verständlich(er) wird, wenn wir sie uns mittels Kommunikationsmodellen näher ansehen und dabei natürlich auch unter die Oberfläche blicken. Egal, welches Modell wir dafür bemühen: Kommunikation findet immer auf zwei Ebenen statt – der Sachebene und der Beziehungsebene. Die Beziehungsebene, ist dafür verantwortlich, dass Kommunikation mitunter sehr schwierig ist. Die Beziehungsebene ist auch jene Ebene der Kommunikation, die nicht oberflächlich sichtbar ist, sondern die „versteckten“, nicht sichtbaren Anteile zwischenmenschlicher Kommunikation beherbergen.


Das lässt sich am einfachsten mit dem Bild es Eisbergs erklären.

Das Eisberg-Modell


Das Eisberg-Modell ist eine Metapher, die benutzt wird, um die Idee zu verstehen, dass es in der menschlichen Kommunikation, in der Interaktion mit anderen und im Verhalten zwei Ebenen gibt: die sichtbare Oberfläche (Sachebene) und die unsichtbare Tiefe (Beziehungsebene).


Stellen wir uns einen Eisberg im Wasser vor: Das, was wir oben sehen, ist nur ein kleiner Teil des gesamten Eisbergs. Die größte Masse des Eisbergs befindet sich unter Wasser und ist unsichtbar.

Grafik vom Eisberg-Modell
Das Eisberg-Modell

Ähnlich verhält es sich mit Menschen und ihrer Kommunikation:


Die Oberfläche: Das ist das, was wir sehen und hören können. Es umfasst Dinge wie Worte, Gesten, Handlungen und offensichtliche Reaktionen. Diese Dinge sind offensichtlich und für jeden sichtbar.


Die Tiefe: Unter der Oberfläche liegen Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Überzeugungen, Normen, Regeln, Tabus, Hoffnungen, Träume, Wünsche, Traditionen, Motivationen ... und andere innere Aspekte. Diese sind nicht sofort ersichtlich und erfordern manchmal mehr Aufmerksamkeit, um sie zu verstehen.


Das Eisberg-Modell zeigt, dass unsere sichtbaren Handlungen und Worte oft von unseren unsichtbaren Gedanken und Gefühlen beeinflusst werden. Wenn wir zum Beispiel jemanden treffen, der mürrisch aussieht oder "ver-rückt" ist, könnte dies auf tieferliegende Probleme, Sorgen oder Gedanken hinweisen, die wir nicht sehen können. Genauso könnten unsere eigenen Handlungen von unseren inneren Emotionen beeinflusst werden, die für andere nicht offensichtlich sind.


Die Idee hinter diesem Modell ist, dass eine bessere Kommunikation und ein besseres Verständnis entstehen können, wenn wir uns bewusst machen, dass es immer mehr gibt, als auf der Oberfläche sichtbar ist. Indem wir versuchen, die unsichtbare Tiefe zu erkennen und zu verstehen, können wir einfühlsamer und respektvoller miteinander umgehen.

Das Eisberg-Modell, eine Grafik des Eisberg-Modells
Das Eisberg-Modell - Grafik Silvia Faulhammer - desenz.at

Die des Eisbergs anders erklärt:


Stell dir vor, du siehst ein Kunstwerk in einer Galerie. Das Kunstwerk selbst ist wie die Oberfläche eines Eisbergs – sichtbar und offensichtlich.


Aber viel interessanter ist das, was du nicht sehen kannst. Unter der „Oberfläche“ verbirgt sich eine ganze Geschichte. Die Emotionen, Gefühle, Erfahrungen, Wünsche und Gedanken des Künstlers, die in das Kunstwerk mit eingeflossen sind. Sie sind wie der unsichtbare Teil des Eisbergs unter Wasser.


So ist es auch in der Kommunikation zwischen Menschen. Wenn wir miteinander sprechen oder interagieren, sehen wir oft nur die Oberfläche – die Worte und Taten. Aber wie beim Eisberg gibt es viel mehr zu entdecken, wenn wir tiefer schauen.


Über Fragen, Anregungen und Gedanken dazu freue ich mich sehr in den Kommentaren und natürlich gerne direkt via Email.


Herzlichst,

Eure Silvia Faulhammer


Kontakt:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.

silvia.faulhammer@desenz.at


Quellen & Leseempfehlungen:


Schulz von Thun, Friedemann (1989): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann / Ruppel, Johannes / Stratmann, Roswitha (2003): Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Schulz von Thun, Friedemann (2020): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.


Watzlawick, Paul / Beavi, Janet / Jackson, Don (2016): Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxie. Bern: Hogrefe Verlag.

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